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Februar 2014:
Über Tierschutzarbeit an der Basis ... gegen Macht und Geld


Aus dem Alltag einer Tierschützerin in Gheorgheni an der Basis
13. Februar, 2014. Heute morgen um acht schrieb mir Agota folgendes:
Kurz nachdem ich dir gestern abend geschrieben habe, wurde ich von einem Tierfreund im Stadtteil Bucin um Hilfe gebeten. Eine Mutterhündin war in sehr schlechter Verfassung, aber ihre Babies waren nicht auffindbar. Ich habe das an Irina weitergeleitet [sie wohnt in diesem Stadtteil], aber sie benötigte meine Hilfe, da es dem Hund gar nicht gut ging. Also bin ich nachts um halb 10 dorthin und habe die Hündin zu unserem Tierarzt Lehel gebracht. Es war nicht einfach, sie einzufangen, aber sie war schwer verletzt und kam nicht weit. Ihr Schädel und der Unterkiefer waren gebrochen. Vielleicht war sie brutal geschlagen worden oder von einem Auto angefahren. Lehel meinte, es sei besser, sie einzuschläfern, denn das Gehirn war in Mitleidenschaft gezogen und sie konnte nicht mehr richtig laufen. Das war keine leichte Entscheidung, aber unser Tierheim ist mehr als voll, und dieser Hund hätte sehr mehrere sehr aufwändige Behandlungen und ständige Überwachung benötigt, daher ...........

Ehrlich gesagt, ich bin heilfroh, nicht dabei gewesen zu sein. Alleine dieses Elend immer wieder mit ansehen zu müssen, die Zeit, die man sich woanders stehlen muss, um dann diese schlimme Entscheidung treffen zu müssen ...

welpen

Was hat das jetzt mit der Überschrift zu tun?

Was sich derzeit in einem Dreieck mit den Punkten Gheorgheni, RO - Essen, D - Dietikon, CH abspielt hat den Namen „Absurdes Theater“ zurecht verdient. Zwei Tierschutzorgas „streiten“ sich um rund 200 rumänische Straßenhunde in einem Tierheim in den östlichen Karpaten. Der kleine Ort heisst Gheorgheni und ist eigentlich nicht von übergeordneter Bedeutung. Zweihundert von insgesamt hunderttausenden hungriger, frierender und geschundener Straßenhunde in Rumänien sollen von zwei Organisationen gleichzeitig betreut werden. Ja toll, möchte man da sagen....
Nein leider nicht, denn beide Vereine haben in manchen Punkten sehr unterschiedliche Auffassungen. Wer war zuerst da? Die Initiative Karpatenstreuner, und zwar seit Mai 2012. Nachzulesen ist das auf der Homepage karpatenstreuner.de unter den Fotoreportagen. Die andere Tierschutzorganisation war im November 2013 zum ersten Mal vor Ort, ist einmal kurz eine Stunde oder so durch das Tierheim gelaufen, hat mindestens zweimal mit den Stadtoberhäuptern diniert und dabei kurzerhand beschlossen, dass alles, was die rumänisch-ungarische Tierschutzverein GATE (seit 2009) und Initiative Karpatenstreuner (seit 2012) dort bisher gemacht hat, nichts taugt.
Wir, die Initiative Karpatenstreuner e.V. und ihre Freunde und Sponsoren, sind jedoch durchaus von unserer Arbeit überzeugt und wollen weitermachen, so wie es bisher gelaufen ist.
Sicherlich kann man vieles noch viel besser machen, wir sind noch lange nicht am Punkt "Zufriedenheit" angekommen, aber wir bekommen viel Zuspruch von unseren Freunden, Spendern aber auch von Menschen , die einfach nur mal so auf der Homepage vorbeischauen. Wer sind unsere Unterstützer? Zum Teil langjährige persönliche Freunde, Paten der einzelnen Hunde, Sponsoren von Kastrationsprogrammen und nicht zuletzt Menschen, die einen Karpatenstreunerhund bei sich aufgenommen haben.

Warum sucht sich Starromania dann nicht einfach ein anderes Tierheim an einem anderen Ort aus. Es gibt doch genug notleidene Tierschutzvereine in Rumänien, die sich über Hilfe freuen würden?
Starromania hält an seinen Plänen fest, sie haben es dem Bürgermeister des Ortes versprochen.

Der Schweizer Tierarzt hat nach seiner November-Reise einen flapsig-flotten Reisebericht geschrieben und veröffentlicht.
Einige der wesentlichen Aussagen kopiere ich hierhin, den ganzen Bericht kann man sich als PDF-Datei herunterladen.

... zurück nach Gheorgheni, denn um sechs Uhr wartete der Bürgermeister mit Gefolge auf uns, weil wir zur abgemachten Besprechung zum Essen geladen waren. Zuerst wurde obligat mit Schnaps angestossen. Die Vertreter der Stadt informierten eindrücklich über die Hundeprobleme der Stadt Gheorgheni. Sie erzählten auch über die Reglementierung der Stadt zum Hundeproblem. Das Reglement ist schon 3 Monate vor der Veröffentlichung des staatlichen Hundegesetzes in Gheorgheni verabschiedet und in Kraft gesetzt worden. [ ...] Wir finden es äusserst wichtig, dass neutrale von aussen zugezogene Spezialisten ein Komitee gründen, die helfen, das neue Hundereglement durchzusetzen. [....] Es wird beauftragt, die Vorgaben des neuen Reglementes in aller Härte durchzusetzen. Alle Hunde sollen kostenlos kastriert, gechipt, geimpft und registriert werden, vor allem die privaten. Wer sich widersetzt, wird mit hohen Bussen bestraft.

Die Stadt kann nur für die Kosten von insgesamt 35 Hunden im Tierheim aufkommen. Im Moment sind aber über 200 Streunerhunde im Hundeheim vor der Stadt [gemeint ist UNSER Tierheim, in dem wir doch für die meisten Kosten, die die Hunde direkt verursachen aufkommen]. Dazu kommen noch schätzungsweise 150 Hunde, die immer noch auf den Strassen leben. Eine Deutsche Tierschutzgruppe, die ‚Karpatenstreuner‘, die 2 Mal jährlich für Kastrationsaktionen nach Gheorgheni kommen, übernehmen einen Teil der Kosten, die die heimatlosen Hunde verursachen [ zweimal jährlich? 2013: 5 Tage im Februar, 8 Tage im April, 30 Tage in Juni, 9 Tage im Oktober war ich selber im Tierheim!]

Kranke Hunde und aggressive Hunde müssen euthanasiert werden. [ ...]  Es muss unbedingt angestrebt werden, dass bis Ende 2014 höchstens noch 35 Hunde im Tierheim sind. Gesunde und gut vorbereitete Hunde sollen nach Möglichkeit in Familien ausser Landes transportiert werden. [von wem?]  Die Kompetenz soll einzig und allein Sache diese Komitees sein.  [und was hat GATE zu sagen, die diese Tiere z.T. seit Anfang 2010 versorgen?]

.... ging’s weiter ins Städtische Hundeheim, ausserhalb der Stadt in Richtung Joseni. Zuerst wurde die von Tierschützern gescholtene Tötungsstation besichtigt, die unmittelbar neben dem Tierheim aufgebaut worden ist. Doch soll hier keine Tötungsstation gemacht werden, sondern eine Auffangstation für Hunde, die sich noch auf den Strassen von Gheorgheni herumtreiben.
[ das freut mich ehrlich, also war unser Protest doch nützlich!]

....Bei der Besichtigung des Tierheimes wurde meine Ansicht in jeder Hinsicht bestätigt: Das Tierheim in Gheorgheni braucht unbedingt neue Räumlichkeiten, die den minimalsten Bedürfnissen eines Hundes angepasst werden müssen. Trockene, wind – und wettergeschützte Liegeflächen, genügend grosser Auslauf, Rückzugsmöglichkeiten sind unbedingte Voraussetzungen, damit die Tiere eine tierschutzgerechte vorübergehende Bleibe haben. Es muss absolut vermieden werden, dass Hunde sich nur auf nassen und verschmutzen Böden bewegen können. [ prinzipiell alles richtig, nur wir arbeiten doch schon längst daran, es gibt Freiläufe, es wird demnächts auch mehr überdachte Bereiche geben ...]

.... Eine Überbelegung der Boxen darf nicht passieren, Junghunde müssen zusätzlich von ‚guten‘ Leuten betreut werden, damit sie später auch vermittelt werden können. Grosse und kleine Hunde dürfen nicht in gemeinsamen Gruppen gehalten werden. Eine sinnvolle Zusammenstellung der Gruppen braucht viel Feingefühl und Tierkenntnisse, vor allem aber Fachkenntnisse. [...]  Auf die neu zu gründende Tierschutzkommission von Gheorgheni mit einem Tierarzt als Chef wird eine knochenharte Arbeit warten, die jetzt und in den nächsten Tagen und Wochen erledigt werden muss.
[wie soll eine Kommission, mit einem Tierarzt aus Miercurea Ciuc, gemeint ist Tibi, den ich gut kenne, die Hunde gut genug kennen, um die Gruppen neu zzusammenzustellen. wer könnte das besser als z.B. Levente, der jeden Tag dort ist?]

Ein Tierheim, das für 35 Hunde konzipiert ist, kommt nicht ohne massivem Schaden an Tieren, Gebäuden und Menschen vorbei wenn dort über 200 Hunde gepflegt, betreut und verköstigt werden müssen. Das Hilfspersonal, das in diesen Gehegen arbeitet, hat nicht eitel Freude an der Arbeit gezeigt. Die Betreuung eines Tierheimes in dieser Dimension braucht geschultes Fachpersonal, das aber in Siebenbürgen so nicht zur Verfügung steht. Eine ausgeklügelte Planung und Umsetzung tierschutzgerechter Betriebe kann nicht durch Hilfspersonal erledigt werden, und emotionale Tierschützer bringen ein Tierheim auch nicht weiter.[ gemeint sind hier Levente und Agota!  Ausserdem ist die Aussage sachlich falsch: Zwar war das Tierheim ursprünglich für etwa 35 Hunde gebaut, doch wurde das umgebende Gelände von der Stadt selbst großräumig umzäunt und es wurden weiter Zwinger von der Stadt gebaut. Was soll also das Gerede von 35 Hunden.
Von uns wurden dann ab 2012 auf dem großen Brachgelände innerlb der Umzäunung weitere Zwinger und Freilaufzonen gebaut! ]


Aggressive Hunde, unheilbar kranke Tiere, nicht vermittelbare Hunde müssen tiergerecht euthanasiert werden. Diese Auslese wird die zu bestimmende Kommission unter der Leitung eines Tierarztes festlegen. Das Ziel, bis Ende nächsten Jahres einen Höchstbestand von 35 Tieren zu erreichen ist reell und durchführbar. Alle müssen am gleichen Strick ziehen! Die Überforderung, schlecht geplante Betriebe führen zu müssen, stumpft ab und ist lähmend. Eine Wende zum Guten kann so nicht realisiert werden, es fehlen die Kraft, die Einsichten, die Perspektiven!   .....

Als mir am 14. Dezember von einer Freundin der Link zu diesem Text geschickt wurde, war ich erstmal sprachlos!
Doch dann fiel mir siedendheiss ein: Als ich am 18. Oktober in Gheorgheni mitten in den Vorbereitungen für die Herbstkastra-Aktion steckte fand ich in meinem facebook-Postfach eine Nachricht:

" Ich würde Ihnen gerne eine Information schicken, doch traue ich FB nicht mehr. Es geht um unsere Verbindungen, die wir seit über 20 Jahren zu Siebenbürgen haben. Mein Mann ist Tierarzt in der Schweiz und wir sind bei einem Projekt, das Sie vielleicht interessiert. Bitte geben Sie uns Ihre Mail-Adresse, damit wir Sie informieren können. Meine Mail ist XXX Wir haben aus Rumänien durch unsere Freunde vernommen, dass der Bürgermeister von Gheorgheni für das Töten von Hunden ist... LG Silvia Z."
Gleich am nächsten Abend noch eine PN von Herrn Z. "Bitte mit mir Verbindung aufnehmen. Wir planen Hilfsaktionen für Gheorgheni und Mercurea Ciuc. Bin als Tierarzt aus der Schweiz schon mehr als 20 Jahre in Siebenbürgen tätig. Meine Mailadresse: xxx meine neue Organisation tritt auf als STARROMANIA auf (Schweizer Tierärzte für Rumänien, Humane, nachhaltige und professionelle Tierhilfe vor Ort!) PS.: Meine Frau hat gestern schon versucht, mit Ihnen Verbindung aufzunehmen."

Da mir das in meiner derzeitigen Situation nicht vordringlich erschien, habe ich es erstmal auf sich beruhen lassen, und danach schlichtweg vergessen. Es gab keinerlei weitere Kontaktversuche. Das war mein großer Fehler. Frau + Herr Z. schlossen daraus, dass bei uns kein Interesse besteht, obwohl sie über facebook gesehen haben müssten, dass ich zum fraglichen Zeitpunkt mitten in einer größeren Aktion in Gheorgheni steckte. Fragt sich nur, ob sie sich überhaupt etwas angesehen haben.

Immerhin können wir doch auch Dank Eurer tollen Unterstützung mit einigem Stolz schon etliche Erfolge und Verbesserungen in unserem Tierheim aufweisen: 
Seit MAi 2012 ca. 280!!!! kastrierte Straßenhunde und Hunde in Privatbesitz, Fünf komplett neue Zwinger für rund 70 neu hinzugekommene Hunde, monatliches Futtergeld von 700 bis inzwischen 1.500 €, immer wieder die Tierarztkosten ... und die ganze logistische Arbeit.
Das kann man doch nicht einfach mal eben in den Dreck trampeln. Die Übersicht über unsere Einnahmen und Ausgaben 2014 ist in Arbeit, nur vorweg kann ich schon mal sagen, dass wir durch Patenschaften und weitere Spenden rund 35.000 € bekommen und wieder ausgegeben haben....

Als ich dann am 18. Dezember von mir aus Kontakt aufgenommen habe, war der "Karren schon im Dreck versunken". In Zeitungsartikeln, auf facebook etc. hatte Starromania sich als Retter der Straßenhunde präsentiert und uns als unterqualifiziert hingestellt. Ohne ihr Gesicht zu verlieren konnten sie nicht mehr zurück. Ich bezweifle nicht, dass Starromania wirklich etwas Gutes für Straßenhunde in Rumänien tun will und kann. Sie werden auch viel mehr Geld haben, immerhin haben sie als Rotarier sicherlich einflussreicher Personen im Hintergrund ...

Die Antwort war nichtssagend bis belehrend und auch meine Frage, wie sich Starromania eine Zusammenarbeit mit uns vorstellen könnte, wurde schlichtweg übergangen. Unsere Anfrage, ob sie uns beim Bau einer Quarantänestation unterstützen könnten, ebenfalls.

Dabei könnten wir das und sicherlich auch einiges mehr alleine hinbekommen, wäre der Bürgermeister der Stadt nicht so stur
. Mehrfach haben wir darum gebeten, mehr Gelände hinzupachten zu dürfen. Ebenso hätten wir gerne mehr RAum in dem bis dato ungenutzten Haus! Wir würden ja auch die Miete zahlen. Wir müssen uns auf einen Raum im Erdgeschoss beschränken, der kaum hygienisch zu reinigen ist, Dort lagert das Futter, dort werden die Hunde behandelt, das ist gleichzeitig die Quarantäne für Welpen und kranke Tiere. Das ist der einzige Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter. Den Holzofen haben wir selber bezahlt. Es wäre ein Klacks in diesem Raum Fliesen an den Wänden und auf dem Boden zu verlegen ...
Und in der ersten Etage stehen ungenutzte Räume leer! Wir dürfen sie nicht benutzen, sie sind verschlossen!

 

So stellt sich Starromania in der Presse da. Mit Klick auf das Bild gelangt man zu dem Artikel inclusive Videos.

limmattaler

Natürlich haben wir und einige unserer Freunde gleich mal Leserbriefe verfasst:

IST ES NICHT ABSURD: Transsilvanien (früher: Siebenbürgen) ist sehr groß, hat zig 10 Tausende oder mehr Straßenhunde, viele viele Tierheime, aber ein einziges Tierheim in der kleinen Provinzstadt Gheorgheni im Szeklerland mitten in den östlichen Waldkarpaten soll gleich von zwei ausländischen Tierschutzorganisationen „beglückt“ werden? Vor eineinhalb Jahren, als noch kaum jemand dieses Tierheim kannte, machte sich die kleine Initiative Karpatenstreuner e.V. aus Deutschland dahin auf, besuchte das Tierheim, freundete sich mit dem einheimischen Tierschutzverein Asociatia pentru protectia animalelor si a mediului Gheorgheni GATE an, katalogisierte alle Hunde …

Nah dem Motto: erst die Arbeit dann der Lohn, hat diese Initiative eine umfangreiche Website erstellt mit zahlreichen Fotos und Texten. Sehr viele Hunde wurden als Portrait und mit Texten, die der persönlichen Erfahrung mit den Hunden entspringen, vorgestellt. Überraschend schnell fanden sich Paten und Sponsoren, die das Projekt unterstützen, denn die beiden Initiatorinnen hatten schon seit Jahren in der Tierschutzszene Freunde. Inzwischen wurden mehrere groß angelegte Kastrationsaktionen von Straßenhunden und auch von Privathunden erfolgreich durchgeführt, teils mit deutschen und teilweise mit auf Kastrationen spezialisierten rumänischen Tierärzten. Selbstverständlich fanden auch Gespräche mit dem Bürgermeister des Ortes statt, um das Vorgehen zur Reduzierung der Straßenhundeproblematik in Gheorgheni abzustimmen.

Den Hunden im Tierheim geht es relativ gut, denn die Mehrzahl der Hunde hat täglichen Freilauf, sie sind gut genährt, geimpft, überwiegend gechipt und alle Hunde, auch alte, kranke und aggressive haben hier ein Recht auf Leben. Noch ist längst nicht alles optimal, das Tierheim ist ziemlich voll, aber definitiv noch nicht überfüllt, es gibt noch freies Gelände, das für weitere Gruppengehege genutzt werden kann. Zwinger im engeren Sinne soll es nicht mehr geben. Die beiden rumänischen (genauer gesagt ungarischen) Leiter des Tierheims machen diese Arbeit seit vier Jahren, ohne auch ein einziges Mal Urlaub zu haben. Neben einer geringen finanziellen Unterstützung durch den Bürgermeister der Stadt kommt die deutsche Initiative für ALLE Kosten auf. Was vor allem fehlt ist eine gute Quarantänestation!

Damit ist dieses Tierheim innerhalb Rumäniens doch schon sehr privilegiert. Insgesamt wurden seit 2010 schon 400 Hunde aus dem Tierheim in liebevolle Familien vermittelt, mehr als die Hälfte davon in Gheorgheni und näherer Umgebung! Weiterhin nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz, nach Luxemburg und in die Niederlande. Dort arbeitet die deutsche Initiative mit einer holländischen Tierschutzorganisation zusammen.

Nun kommt – wie aus dem Nichts – eine ganz neu gegründete Schweizer Organisation, Starromania mit dem Tierarzt Dr. J. Z., mit einigem Geld im Rücken daher und sucht sich im riesigen Siebenbürgen gerade diesen einen kleinen Ort aus? Sehr halbherzig versucht sie Kontakt mit der Initiative aus Deutschland aufzunehmen, die jedoch, da sie gerade in Gheorgheni aktiv ist, gar nicht antworten kann. Herr Dr. Z macht sich also nach Gheorgheni auf, und klärt den Bürgermeister darüber auf, wie er das Straßenhundeproblem lösen wirdn. Natürlich besucht er auch das PRIVATE Tierheim ein Stunde lang gemeinsam mit der Leiterin des Tierheims. Danach weiss er Bescheid und verspricht dem Bürgermeister, dass er bis Ende des Jahres 2014 die Population im privaten Tierheim, das von der deutschen Initiative zusammen mit dem rumänischen Tierschutzverein unterhalten und betrieben wird, von derzeit 200 auf 35 Tiere reduzieren will?

Natürlich sollen auch Straßenhunde und private Hunde kastriert werden …. Will hier jemand das Rad neu erfinden? Oder sich in ein vorbereitetes und schon angewärmtes Netz setzen, um sich dann als Retter der Straßenhunde feiern zu lassen?

Was hat er – für nicht Eingeweihte – in Bezug auf Gheorgheni vorzuweisen? Auf seiner Homepage einen Reisebericht als reinen Text, den man sich herunterladen kann. Kein einziges Foto zeigt auch nur ansatzweise, wie das Tierheim in Gheorgheni aussieht, welche Zustände dort herrschen. Er scheint nicht mal den Namen der Leiterin des Tierheims mit der er den Rundgang gemacht hat, zu kennen! Er weiss nichts über die Hintergründe, aber trotzdem alles besser? Doch er lässt sich schon jetzt, bevor er auch nur irgendetwas in Gheorgheni getan hat, in den Medien feiern.

Nun das Eine ist Basisarbeit, das haben ja schon andere getan, und das Andere ….? Dafür finde ich keine Worte.

Hier meine Bitte: Lassen Sie uns, die als gemeinnützig anerkannte Initiative Karpatenstreuner e.V. im Tierheim Gheorgheni unsere Arbeit mit viel Engagement und Herzblut in Ruhe weitermachen, wir kennen unsere Hunde sehr genau, wir sind mit vielen aktiven Menschen an der Basis der Tierschutzarbeit vor Ort befreundet, (übrigens auch mit dem Tierarzt) wir wissen genauestens wie dieses Tierheim funktioniert, kennen alle Verträge die jemals zwischen dem Verein GATE und dem Bürgermeister abgeschlossen wurden, kennen die Buchhaltung und die sehr korrekten Aufzeichnungen der 1. Vorsitzenden über alle Hunde, die jemals im Tierheim waren. Alleine im Juni 2013 war ich selber 30 ganze Tage á mindestens 6 Stunden in diesem Tierheim. Und mindestens genauso wichtig: die unzähligen Stunden die andere Mitglieder und Freunde der Initiative Karpatenstreuner dort geschuftet haben und hier in Deutschland sehr engagiert arbeiten, um unsere Sponsoren von unserem Projekt zu überzeugen. Wir alle gemeinsam mit den rumänischen Freunden habe zahlreiche unnahbare und aggressive von Menschenhand gequälte Hunde mit viel Geduld und Liebe ins Leben zurückgeführt. Wir haben den Hunden Identitäten gegeben, nicht nur durch das Setzen von Transpondern, sondern durch ausführliche Beschreibungen und Fotos. Wir haben todkranke Welpen gerettet und aufgepäppelt, haben bei Kastrationen und anderen OP's assistiert, haben schlimmste Verletzungen bei angefahrenen Hunden in Zusammenarbeit mit unserem Tierarzt gepflegt, regelmäßig die Verbände gewechselt, den Schmutz beseitigt und die kranken Hunde stundenlang gestreichelt … oder sogar mit ins Hotelzimmer genommen um ihnen auch nachts beizustehen.

Und Sie kommen nun, und erzählen, dass Sie die Anzahl unserer Hunde auf 35 reduzieren wollen. Nur leider verraten Sie uns nicht, wie Sie das machen werden. Bitte wundern Sie sich daher nicht, dass wir darauf mit viel öffentlichem Protest reagieren. Mit freundlichen Grüßen Ingrid Weidig, 1. Vorsitzende der Initiative Karpatenstreuner e.V. Ágota Jakab, 1. Vorsitzende GATE

Auf der neuen Homepage von Starromania sind unsere "armen bedauernswerten" Hunde als Titelbild abgebildet.
von links nach rechts im Junghundefreilauf: Bernie (ist reserviert), Benji, Lizzy, am Boden Skady (längst glücklich vermittelt) Peggy, Yumo, Aramis, Lettie kratzt sich, Jackie (längst auf einer Pflegestelle) Claire ...
Ich sehe eine kleine Gruppe gut genährter, entspannter u. neugieriger Hunde, die sich wahrscheinlich fragen, warum der Besucher nicht in das geräumige Gehege kommt, um sich mal so richtig nach Hundeart begrüßen zu lassen. Aber ein Foto hinter Gittern passt natürlich besser ins Konzept.


titelbild

Um das Elend noch deutlicher zu machen, wurde einer unserer Welpen im Haus auf einem von uns gekauften Futtersack fotografiert, um für eine Spendenaktion zu werben .... 

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Wieso wir das als "Bedrohung" ansehen?

1. Unsere und auch Eure Patenhunde sind durchaus in Gefahr, denn bis heute weiss ich immer noch nicht, wie die Zahl 35 erreicht werden soll. Inzwischen taucht auch das Wort "Adoption ins Ausland" auf. Wer will da unsere Hunde, die wir versorgt, gefüttert, geimpft, kastriert, katalogisiert und vor allem immer wieder gestreichelt haben, wohin vermitteln?

2. Sicher, wir haben auch alte Hunde: Jamal, Bella, Serves, Sakka, ..... aber wir füttern, versorgen und streicheln sie bis ihr natürliches Ende kommt, oder bis sie eingeschläfert werden müssen, da sie zu große Schmerzen haben, wie kürzlich den alten Rex oder den jungen MacIntosh, der an Leukämie erkrankt war. Doch vorher wurde alles versucht, was möglich war. Leider ergaben 3 malige Bluttests, dass er nicht mehr zu retten ist!

3. Wir haben auch aggressive Hunde, wie z. B. den von Menschen fast in Stücke gehauenen Max. Levente hat ihn gesund gepflegt, aber mit Menschen will er nichts zu tun haben, Nur Levente kann ihn anfassen, mit ihm spielen. Doch nachts läuft er frei und bewacht das Gelände sehr zuverlässig.

4. Es geht ja gar nicht ausschließlich um die Hunde, sondern im selben Maße auch um die Menschen, die dort die ganze "verdammte" Drecksarbeit machen. Dafür hat Herr Dr. med vet nicht mal eine Anerkennung übrig, denn das sind ja nur lustlose Hilfsarbeiter. (siehe mein erster Abschnitt)

5. Wir haben inzwischen gute Verträge mit einheimischen Unternehmen, dem Futtermittelhändler, Baustoffhändlern, dem Tierarzt ... Das fördert auch die Wirtschaft vor Ort. Anders als diese riesigen Spendentransporter, die tonnenweise Futter nach Rumänien karren und sich dann noch stolz in den westlichen (!) Medien präsentieren, andererseits jedoch voller Entsetzen feststellen müssen, dass sie vom Zoll in Bukarest angehalten, kontrolliert und "schikaniert" werden.

6. Auch Kastrationsaktionen werden seit Oktober 2013 von gut ausgebildeten und spezialisierten rumänischen Tierarztteams durchgeführt. Es gibt sie nämlich schon, auch sie brauchen unsere finanzielle Hilfe, denn so wahnsinnig begeistert sind einheimische Tierärzte oft nicht, wenn da ein ausländisches Kastra-Team kommt und ihnen die Arbeit wegnimmt. Wir haben in Gheorgheni großes Glück mit unserem Tierarzt, das sind in vielen Gemeinden leider ganz anders aus.

Somit sind wir den Zielen, die wir uns im Sommer 2012 gesetzt haben, schon ein gutes Stück näher gekommen.
Wären da nicht immer mehr und mehr Hunde, von denen niemand weiss, wo sie herkommen.

Mal zwischendurch eines meiner Lieblingsbilder von Levente Kemenes, dem 2. Vorsitzenden von GATE, der seit Jahren - ohne Urlaub - Tag ein Tag aus diese Hunde versorgt ...
Abschied von der kleinen Hündin Ninya, die wir im August 2012 mit nach Deutschland genommen haben

levente-ninya

 

Unsere "Schweizer Kontrahenten" können eins jedoch sehr gut: Sich blendend darstellen, bevor sie auch nur einen Straßenhund eingefangen haben: Das macht in facebook und wahrscheinlich auch auf anderen sozialen Netzwerken natürlich seine Runden und führt zu Lobeshymnen auf diese tolle Organisation und unser Name taucht nur am Rande auf.

Jüngst geschehen auf einer weiträumig angelegten facebook-Liste mit sehr vielen Besuchern  (Stoppt Massentötungen von Tieren in der EU):   "Kommt lasst uns mal den Hut ziehen und uns verneigen vor dieser großartigen Tierschutzorganisation ...!"
Dann geht's los ... Es wir gefällt mir gedrückt, es werden "Hymnen gesungen"  und so weiter.
Nein das macht mich wirklich nicht neidisch, ich habe nie auf "Likes" etc. hingearbeitet, sie bedeuten mir nicht viel, nur die verfälschten Tatsachen und der Massenhype sind mir hochgradig unangenehm! Zum GLück aber nicht nur mir. Wir haben etliche facebookfreunde, die das Netzt aufmerksamer lesen und bei solchen Postings gleich mal ihre Meinung sagen. Das finde ich sehr gut, solange es sachlich bleibt. Allen voran Werner Alex, der im Oktober auch 9 Tage mit uns im Tierheim geschuftet hat.
Zuerst wird jemand, der solch abweichende Meinung postet, als Störenfried empfunden und manches mal wird der Text gelöscht, doch wenn sich immer mehr Leute dazu äußern, kommen die ersten Fragen und Zweifel auf. ... In diesem beschriebenen Fall war der Schreiberin des Lobliedes auf Starromania, die Sache dann so peinlich, dass sie ihre Lobeshymne gelöscht hat und eingesehen hat, dass man doch bitte erstmal kritisch hinterfragen sollte, bevor man in Freudenschreie ausbricht. Das dann noch öffentlich zuzugeben, erfordert Rückgrat! Nebenbei haben wir auch noch neue Paten gewonnen.

Also ist facebook doch nicht nur schlecht, man muss nur arg aufpassen wo und wie man sich in dieser "Nebenwelt" bewegt.

So wie es derzeit aussieht, müssen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit ausweiten, nur fehlt uns eigentlich die Zeit dazu.

Hier findet ihr Ausschnitte aus dieser "Unterhaltung" mit vielen tollen Argumenten pro Initiative Karpatenstreuner!
herunterzuladen als PDF-Datei

Natürlich haben sich auch der Bürgermeister und sein Finanzminister von Gheorgheni zu Wort gemeldet, ganz im Sinne von Starromania.  Wer's mag kann sich die zum Thema gehörigen Texte in chronologischer Reihenfolge hier herunterladen als PDF-Datei.

Danke für's Lesen!
ingrid Weidig, 13.2.2014

 

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