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September 2013: Es wird wieder Jagd auf Straßenhunde in Rumänien gemacht

 

7. September:
Staatspräsident TRAIAN BASESCU wurde von der EU offiziell aufgefordert seinen Aufruf zur Massentötung zurückzunehmen.
Die "Intergroup on the Welfare and Conservation of Animals“ (Abteilung des Europaparlaments, die für die Einhaltung der Tierschutzgesetze zuständig ist) ist der Ansicht, dass Basescu mit dem Aufruf die Straßenhunde zu töten, gegen EU-Vereinbarungen verstößt, die auch von Rumänien unterschrieben wurden. In der Deklaration 26/2011 wurde 2011 vom Europäischen Parlament mit großer Mehrheit beschlossen, dass das Problem Straßenhunde EUROPAWEIT über ein sanftes Managementprogramm gelöst werden muss. Ich kann nur hoffen, dass es hilft: Brief an T. Basescu als PDF-Datei

 

6. September: Stellungnahme des rumänischen Tierrechtlers Claudiu Dumitriu
(den ich persönlich kenne), der selbst Vater einer kleinen Tochter und Zeuge der dramatischen Entwicklung ist:

„Wann hat sich ein Präsident je dafür interessiert, dass noch heute Kinder in Kliniken sterben müssen, weil unsere Regierung nicht in das Gesundheitswesen investiert? In unserem Land können Kinder auf Fußgängerwegen von Politikern angefahren, und Kinder von ihren schlagenden Eltern misshandelt werden, Kinder sterben in brennenden Häusern, ertrinken, lassen bei Verkehrsunfällen und durch die Fahrlässigkeit von Ärzten ihr Leben – doch dieses korrupte, graue und scheinbar zukunftslose Land weiß nach dem tragischen Kindestod nun endlich, wer die wahren „Schuldigen“ sind: Die Straßenhunde, an denen sich jeder Mensch für alle erlittene Schmach rächen kann.“

Zitat aus: http://www.tasso.net/Rumaenien Hier kann sich jeder sachlich informieren und selbst aktiv werden!!

 

6. September. Zum Stand der Dinge in Gheorgheni.
Ich habe mich gerade mit Agota unterhalten: Unsere Hunde im Tierheim sind nicht in ganz akuter Gefahr. Aber sie schätzt, dass etwa 30 Hunde in den Wohnbezirken Florilor und Bucini in Lebensgefahr sind. Der Bürgermeister und das dortige Vetamt verlangen nun von dem Verein GATE, alle Tiere von den Straßen einzufangen.
Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wohin mit weiteren 30 Hunden, aber ich könnte den Gedanken nicht ertragen, dass diese Hunde umgebracht werden. Denn gerade in diesen Bezirken haben wir schon so viele Tiere kastriert. Die Situation selbst ist dort eigentlich recht entspannt, wie ich ja schon mehrfach beobachten konnte. Eine der getöteten Hündinnen ist die Mutter von Chaplin, Christopher und Claire, die wir aufgepäppelt haben. - Agota ist der Überzeugung, dass deren Vergiftung ursächlich mit der aktuellen Anti-Hunde-Hysterie, die von Politikern, Amtsveterinären und den geldgierigen Hundefängern wie Flavius Barbulescu geschürt wird, in Verbindung steht. Sie kannte die Hündin als friedliches Tier.

Ich versuche, mich vorsichtig auszudrücken, denn das Gefährlichste in solchen Situationen sind Massenhysterien. Aber auch Medien wie facebook schüren das Feuer erheblich. Wir aus der Szene der Tierschützenden ebenso wie die Szene der Tierhassenden. Beide Seiten sind mit Vorsicht zu genießen.

Stellen die Straßenhunde in Rumäniens Städten denn nun eine wirkliche Gefahr dar, oder ist das alles nur hochgepusht? Hier meine ganz persönlichen Erfahrungen:

Es gibt verschiedene Typen von Straßenhunden:
1. die freundlichen, die zufrieden und eher ruhig in irgendwelchen Verstecken hausen, von Menschen gefüttert werden, sich streicheln lassen und ihrer Wege gehen. Sie lassen es sich in den Wohnbezirken der Städte gut gehen. Sind sie kastriert, halten sie das Gebiet besetzt, verhindern Neuzugänge und damit Überpopulationen und leben in friedlicher Koexistenz mit den Menschen. Sie halte ich für nicht gefährlich. Und es gibt viele Menschen, die ihre Straßenhunde, die sie regelmäßig versorgen sehr gern haben.

2. die ängstlichen, die ebenfalls in den Wohngebieten leben, vom Abfall der Menschen leben, Ratten töten und Müll entsorgen. Sie lassen sich nicht anfassen, greifen aber von sich aus auch nicht an. Auch sie leben in Koexistenz mit den Hausbewohnern, nur sind sie nicht so beliebt, da man sie nicht streicheln kann. Auch sie sind relativ ungefährlich, sofern man sie in Ruhe lässt und nicht quält. Es ist leider etwas schwerer diese Tiere zwecks Kastration einzufangen. Aber das wollen wir ja im Oktober angehen.

3. die halbwilden, die in Gruppen oder Familienverbänden etwas ausserhalb der Wohnsiedlungen leben und ihr Revier verteidigen vor allem wenn sie Nachwuchs haben. Diese HUnde halten sich eher von den Menschen fern, oder verstecken sich so, dass sie tagsüber unsichtbar sind. Davon gibt es sehr viele in Gheorghenis Gewerbegebieten. Sie können aber durchaus auch mal gefährlich werden, wenn man in ihr Revier "eindringt".
Ich selber bin schon von einem solchen Rudelführer in direkter Umgebung eines Krankenhauses in Sighetul Marmatiei zu Boden geworfen worden. Er hat ein, zwei Sekunden drohend über mir gestanden. Zum Glück habe ich mich instinktiv hündisch richtig verhalten. Nur eine zerrissene Jeans und eine Bisstelle am Schienbein. Schön war das nicht.
Aber wie soll sich ein Kind richtig verhalten? Wenn es das nirgendwo lernt, speziell nicht in den Städten. Ich will keine Gefahr heraufbeschwören, aber sie auch nicht verniedlichen. Jedes Kind lernt, wie man sich gegenüber Autos verhält, und trotzdem werden viele dadurch getötet. Ebenso müssten Kinder auch lernen, dass sie den Hunden aus dem Weg gehen müssen!

Mir tut das in Bukarest gestorbene Kind und seine Angehörigen unendlich leid. Aber was daraus jetzt gemacht wird, ist eine völlig überzogene unnötig grausame Hetze gegen Lebenwesen, für deren Anwesenheit auf den Straßen diese Menschen selber verantwortlich sind, in dem sie immer wieder ihre Hündinnen gebären lassen und den Nachwuchs auf der Straße aussetzen.

Das ist das Schlimme an der ganzen Situation, und genau das macht sie so unbeherrschbar.

Ich habe Angst um unsere Straßenhunde. (Ingrid Weidig)

 

5. September
Seit gestern ist facebook ja nun voll von Horrormeldungen über das Abschlachten von Straßenhunden und das Töten von Tierheimhunden. Was wirklich geschah weiss ich nicht. Daher neige ich eher dazu, mich öffentlich zurückzuhalten und erstmal zu lesen was ich finden kann. Es gibt Meldungen, dass alle 500 Hunde im Tierheim von Craiova getötet seien, an anderer Stelle wird das dementiert ...
Ich hoffe inständig, dass solche Meldungen falsch sind, und wie das bei facebook und Co leider üblich ist, ohne Hintergrundwissen veröffentlicht und weiterverbreitet werden und für Aufregung sorgen
Leider ist vorgestern in einem Parkgelände in Bukarest ein vierjähriges Kind ums Leben gekommen. Angeblich wurde es von einer Meute von Straßenhunden getötet. Das Kind war ohne Aufsicht. Fakt ist auch, dass im ganzen Land Hundehasser dies zum Anlass nehmen, gegen die Straßenhunde vorzugehen, und ich brauche nicht viel Fantasie, um mir vorzustellen wie das geschieht.
Agota hat in Gheorgheni zwei vergiftete Straßenhunde gefunden. Ob dies nun ursächlich damit zusammen hängt, ist mir auch nicht bekannt, aber es ist alles unendlich traurig.
Auch wenn ich versuche möglichst sachlich zu bleiben, ich habe schreckliche Angst um die wunderbaren Hunde in Gheorgheni, auch um die Straßenhunde. Wir haben schon so viele versorgt und kastriert, es wäre unerträglich, wenn sie nun sterben müssten.  (IW)

9. September
Bericht von Sandro Konstantin (BMT)

„Das ist nicht mehr mein Volk“ In Bukarest werden Hunde lebendig ins Feuer geworfen – ein Land versinkt im Chaos Konstantin Sandro ist am Samstag aus Bukarest zurück gekommen. „Ich bin geflohen“, sagt der gebürtige Rumäne, der heute in Regensburg lebt. „Ich erkenne mein Volk nicht wieder. Die Stadt ist im Blutrausch, an den Straßenrändern liegen bestialisch zugerichtete Hunde und Katzen. Die Tiere werden ins Feuer geworfen, mit Mistgabeln getötet, vergiftet, überfahren. Wer einschreiten möchte, wird geschlagen, bedroht, die Kamera von der Polizei konfisziert.“

Bukarest ist seit dem Tod des vierjährigen Jungen nach Augenzeugenberichten vieler im Ausland lebender Rumänien im Ausnahmezustand. Noch immer herrscht Unklarheit, wie und warum das Kind am 2. September sterben musste. Kam der Junge tatsächlich durch angreifende Hunde zu Tode? Oder geriet er in die Hände von Verbrechern und starb aufgrund anderer ihm zugefügter Verletzungen? Konstantin Sandro ist wie viele seiner Landsleute überzeugt, dass die wahren Hintergründe des Geschehens von den Politikern absichtlich im Dunklen gelassen werden. „Es besteht kein Interesse von Regierungsseite, diesen fürchterlichen Vorfall aufzuklären“, sagt Konstantin Sandro entsetzt. „Im Gegenteil: Er kommt den Verantwortlichen gerade recht, um die Bürger manipulieren und von dem eigentlichen Brennpunkt ablenken zu können.“ Um was geht es?

Ca. 500 Kilometer von Bukarest entfernt seien kürzlich Vorkommen von Gold entdeckt worden, erklärt Konstantin Sandro. Die Schürfung solle mit hochgiftigen, Mensch, Tier und Umwelt schädigenden Substanzen erfolgen, so dass sich die Bukarester in den letzten Wochen vehement gegen die Rosia Montana-Mine aussprachen. Da es hier um Milliarden gehe, sei die rumänische Regierung interessiert, die Kritik der Bürger an dem lukrativen Geschäft klein zu halten, so der deutsche Staatsbürger Sandro.

Um die Proteste ihrer Bürger „umzuleiten“, griffen die Politiker, unterstützt von einer manipulierenden Presse, das alte Thema – gesetzlich legalisierte Tötung aller Straßenhunde – wieder auf, sobald sie die Chance dazu erhielten. Der entsetzliche Tod des Jungen sei die Möglichkeit gewesen, die Wut, den Hass, die Unzufriedenheit der Bürger gezielt auf eine schutzlose Minderheit zu richten: die herrenlosen Hunde und Katzen, gibt der gebürtige Rumäne die Auffassung seiner Familie und Freunde in Bukarest wieder. „Wir allen wissen“, sagt Konstantin Sandro, „dass sich Menschen in Rumänien selbst von Tötungsdelikten freikaufen können, wenn sie Geld haben – wer keines hat, geht ins Gefängnis.“

Auch in Deutschland haben Medien inkorrekte, verfälschende Darstellungen aus Bukarest aufgegriffen. „Bitte wenden Sie sich an den bmt“, sagt die bmt-Vorsitzende Petra Zipp, „wenn Sie wirklich an realer und fundierter Berichterstattung interessiert sind. Wir stellen den Kontakt zu unseren Mitarbeitern vor Ort bzw. dem Regensburger Augenzeugen her.“ Außerdem warnt der bmt vor Reisen nach Rumänien, nachdem Tierschützer angegriffen und bmt-Mitarbeiter bedroht worden sind.“

 

 

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