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1. Bericht aus dem Tierheim in Gheorgheni im Kreis Harghita in den Ostkarpaten

 

Ein paar Gedanken zur Situation der Straßenhunde und Kastrationsaktionen

von Ingrid Weidig

 

Am vorletzten regennassen Abend unserer 1. Reise nach Gheorgheni bin ich ein wenig durch die Straßen der 20.000-Einwohner Karpatenstadt gestreunt. Typisch rumänisch: an der Durchgangsstraße die alten niedrigen Häuser hinter hohen Zäunen, im Hintergrund eine Wohnsiedlung aus der Ceausescu-Zeit.

 

Gheorgheni

 

Gheorgheni

 

Vom Bulevardul Fratiei bin ich in eines der Wohnviertel abgebogen. So oder ähnlich gibt es sie in jeder Stadt.

 

Gheorgheni

 

Gheorgheni

 

Gheorgheni

Die überquellenden Mülltonnen bieten Nahrung, offene Hauseingänge nachts Schutz vor der Witterung.

Diese zwei Streuner in der Nähe der Mülltonnen beobachten mich sehr misstrauisch.

Gheorgheni

 

Nur die Hauptstraßen sind asphaltiert, die Nebenstraßen je nach Wetterlage staubig oder matschig.

Gheorgheni

 

Gheorgheni

 

Verstecke, um Junge zur Welt zu bringen finden sich hier reichlich. Diese Hündin war sehr scheu, einfangen unmöglich.

Gheorgheni

 

Aussenbezirk der Stadt in der Nähe des Bahnhofs

Gheorgheni

 

Gheorgheni

 

Gheorgheni

 

Gheorgheni

 

Ich habe nicht alle Streuner fotografiert, die mir auf meinem etwa zweistündigen Spaziergang begegnet sind, und wie weit sie ein wirkliches Problem darstellen in dieser Stadt, kann ich nicht beurteilen. Unbeliebt sind sie auf jeden Fall, und nach Ansicht des Bürgermeisters müssen sie weg. Fragt sich nur WIE?

Leider ist gerade die Stadt Gheorgheni am 1. April 2009 durch eine besonders grausame Einfangaktion bekannt geworden.

Der Bürgermeister hatte den SPGA (Serviciului Public de Gestionare a Animalelor) der Stadt Brasov zur Bekämpfung der Straßenhunde zu Hilfe gerufen. Günder dieser Organisation ist Flavius Barbulescu, der mit seinen miltärisch uniformierten Mitarbeitern tausende von Gheoergheni 2009Hunden kaltblütig umgebracht hat. Stundenlang durchkämmten sie die Stadt und betäubten die Hunde mit Narkosegewehren und stapelten die bewusstlosen Tiere in vier Kastenwagen. Zahlreiche Hunde starben während des zweistündigen Transports. Die Überlebenden brachte man in die Tötungsstation Stupini bei Brasov. Dort werden eingefangene Hunde auf grausame Weise getötet, wenn sich nach dem Ablauf einer Frist von 14 Tagen niemand gemeldet hat, der sie übernimmt und für sie verantwortlich zeichnet.
Einige Frauen aus Gheorgheni fuhren direkt nach jener Aktion nach Brasov, um wenigstens einen Teil der Hunde zu retten. Jedoch durften sie nicht auf die Straßen der Stadt zurück. Ein Teil der Hunde konnte im Tierheim von Miercurea Ciuc der Fundatia Pro Animalia untergebracht werden.
Bildquelle und weitere Fotos dieser Aktion: www.tierschutz-ohne-grenzen.de

Die Frauen von Gheorgheni kämpften weiter für "ihre" Hunde und Ende 2009 wurde in Gheorgheni die ersten Zwinger des Tierheims errichtet, 10 Boxen für je 4-5 Hunde. Das kleine Tierheim war schnell überfüllt, Anfang 2012 wurden weitere Zwinger gebaut. Eine erste Kastrationsaktion wurde 2010 von Sos dogs Oradea finanziert und durchgeführt. Seit April 2011 fanden drei Kastrationsaktionen des Tierärzte-Pools, finanziert durch BrunoPet u.a.in Gheorgheni statt.

Im Juli 2012 und hoffentlich auch im kommenden Oktober beteiligt sich die Initiative Karpatenstreuner an weiteren Kastra-Projekten in Gheorgheni für die Tierheimhunde und Straßenstreuner.

 

Nur durch die Kastration von Streunern kann das Problem der Straßentiere nachhaltig verbessert

und irgendwann hoffentlich gelöst werden. Sicherlich dauert es einige Zeit, bis diese Arbeit deutliche Wirkung zeigt, doch Massentötungen von Straßentiere sind nicht nur unmenschlich, sondern langfristig auch völlig wirkungslos. Ist ein Revier durch eine Tötungsaktion frei geworden, "spricht" sich das unter den Hunden der umliegenden Reviere schnell herum. Überquellende Müllcontainer, leerstehende halb verfallene Gebäude bieten Unterschlupf und Nahrung. Das zieht die Streunertiere unwiderstehlich an. Sie besetzen dieses Revier neu und vermehren sich erneut, also müsste es wieder eine neue grausame und kostenspielige Tötungsaktion geben. Bleiben die Reviere jedoch von den kastrierten Tieren besetzt, wird der Zuzug und die unaufhaltsame Vermehrung gestoppt.

 

Wir hoffen nun, mit Ihrer / Eurer Hilfe dabei mithelfen zu können, dass solche grausamen Aktionen wie im April 2009 nie mehr vorkommen können. Ingrid Weidig, Juni 2012

 

Einige Bilder der Kastrationsaktion April 2012 mit Nina Schöllhorn vom Tierärztepool. Fotos: Agota Jakab

 

Kastra

 

Kastra

 

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Kastra

 

Kastra

 

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