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NEONA

Hündin, geboren Mai 2012, ist glücklich vermittelt! Sie heisst jetzt Leona

 

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Hallo, liebe Freundinnen und Freunde der Karpatenstreuner!
Ich bin die Leona, ehemals Neona, ich habe nämlich in meinem neuen Leben einen neuen Namen bekommen und wollte euch einmal berichten, was ich in den letzten Wochen seit meiner Ankunft Ende Mai so alles erlebt habe. Die Fahrt von Gheorgheni nach Deutschland war ganz schön lang und spannend, aber ich war ganz ruhig, denn ich hatte irgendwie gespürt, dass alles gut wird.

 

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Die Frauen, die uns gefahren haben, waren lieb zu uns und haben viel mit uns in ihrer Sprache gesprochen. Die haben wir zwar nicht verstanden, aber es hat uns sehr gefallen und wir haben ihnen vertraut. Wir hatten in unseren Boxen genug Wasser und auch Futter, so dass wir gut versorgt waren und die Fahrt überwiegend schlafend verbracht haben. Unterwegs hatten wir viel Zeit, schon mal von unserem neuen Leben zu träumen.

Endlich waren wir bei Ingrid in Essen angekommen und durften aussteigen, da haben wir eine Ahnung davon bekommen, dass jetzt alles anders wird und haben uns gefreut. Ich bin mit Frauchen und Herrchen dann in mein neues Zuhause gefahren und Frauchen hat mich ins Haus getragen. Da roch es ungewohnt und ich musste erstmal schnüffeln, wer da so alles wohnt. Da waren auch gleich deren komische kleine Hunde in der Küche, einer getigert und einer richtig plüschig. Ich fand die auf Anhieb sympathisch und habe mir gedacht, dass das bestimmt meine neuen Freunde werden. Meine Leute haben mich dann erst einmal in den Garten getragen und auf die Wiese gesetzt, ich wusste auch nicht, was das soll. Ich bin mal vorsichtshalber sitzen geblieben und habe das Gras gefressen, was da zu meinen Füßen war. Ein ganz großer Garten voller Gras, das roch so gut!

Nach einer Weile haben sie mich wieder ins Haus getragen, das war schon ungewohnt! Frauchen hatte sich in der Küche ein Feldbett aufgeschlagen und so haben wir zusammen mit meinen neuen Freunden in der Küche geschlafen. Ich habe so eine schöne große Box mit einer flauschigen Decke drin bekommen, da habe ich mich gleich rein gelegt, da war auch eine andere Decke drüber und ich konnte mich wie in einer Höhle sicher fühlen. Leider musste ich in der Nacht mal austreten und da ist mir ein kleines Malheur passiert, das war mir ja total peinlich. Die Decke wollte ich aber nicht nass machen und so habe ich mich auf die Fliesen gesetzt. Frauchen hat zum Glück nicht geschimpft und das gleich weg gemacht, danach konnte ich auch viel besser schlafen. Ich bin dann heimlich in der Nacht immer mal wieder zu ihr hingetapst und habe an ihr geschnüffelt, damit ich mir merken kann, wie die riecht.

 

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Am nächsten Tag habe ich mir alles in Ruhe angeschaut und die waren alle lieb zu mir, ich war schon ein bisschen unsicher, wie das bei denen so läuft. Ich war von der langen Fahrt noch erschöpft und bin mal lieber in meiner Box geblieben, um mir ein Bild von der Lage zu machen. Die haben mich aber an diesem Tag ganz oft auf die Wiese getragen, weil ich mich zuerst nicht so recht getraut habe, die Küche zu verlassen und durch die Tür zu gehen. Jedenfalls habe ich wohl drei Tage lang Gras gefressen und Frauchen sagte schon: “Leona, du bist doch kein Pferd!“, puh, war mir schlecht. Das war aber wohl nicht das, was die eigentlich von mir wollten, denn als ich das erste Mal Pipi aufs Gras gemacht habe, da waren die ganz aus dem Häuschen und haben sich total gefreut. Aha, wenn es das ist, was die so glücklich macht, habe ich gedacht, dann mache ich das ab jetzt immer so! Damit war ich nach einem Tag „stubenrein“ und alle waren baff, weil ich das so schnell kapiert hatte!

Der nächste Tag verging damit, dass ich mir in Ruhe alle Räume anschauen durfte. Naja, Ruhe wäre ja schön gewesen, wenn da nicht Herrchen gewesen wäre, der meinte, mein Winterfell sei viel zu dick und ich müsste ja furchtbar schwitzen in dem Bärenpelz. Also ging es los mit Kamm und Bürste und ich habe mir auch seine Schnibbelei mit der Schere ohne Murren gefallen lassen, denn er hat sanft mit mir gesprochen und wir zwei lagen im Sonnenschein auf der Wiese. Frauchen hat gesagt, an ihm sei ein richtiger Hundefrisör verloren gegangen und am Abend hatte er die halbe Biotonne voller Unterwolle, da hätte man einen Pullover von stricken können!

Am nächsten Tag, dem Sonntag, kam morgens unsere Hundetrainerin, die wollte mich mal kennenlernen und hatte ihren fünfjährigen Sohn dabei. Der hat sich gleich zu mir auf dem Teppich gelegt und ganz ruhig gekrault und die Trainerin sagte:“ Na, ich habe heute ja mit allem gerechnet, aber damit nicht!“ Sollte wohl ein Kompliment sein, was dachte die denn? Dass wir alle Ungeheuer sind, nur weil wir noch nicht viel so Erfahrung mit Menschen, insbesondere mit Kindern haben? Mit der machen wir jedenfalls Hundeschule, die hat immer ganz schön viele Ideen auf Lager, was wir zusammen spielen können. Für mich ist das gut, denn es gibt immer was Leckeres, wenn ich gut mitmache und sie sagt, ich bin eine schlaue Maus und ein Traumhund. Hört man gerne und was sich meine Leute dann freuen! Als wenn sie das nicht selber wüssten…

 

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Inzwischen sind einige Wochen vergangen und ich habe viele Dinge erlebt, die ich vorher nicht kennengelernt habe: Mit dem Auto fahren, Spaziergänge im Wald genießen, im See plantschen und sogar schwimmen, Besuch bekommen und immer wieder neue Geräusche und Gerüche einordnen. Jetzt kenne ich auch mein eigenes Spiegelbild, das mich anfangs aus dem Fenster oder aus dem Backofen angestarrt hat und so richtig gruselig war! Ein bisschen eigenwillig bin ich schon. Macht aber nichts, sagt mein Frauchen, bei uns in der Familie sind alle ein bisschen eigenwillig und dann passt das schon!

Die komischen kleinen Hunde haben mich übrigens richtig in ihr Herz geschlossen, ich sie aber auch: Der Plüschige und ich, wir schlafen immer dicht beieinander und der Getigerte macht mir eigenartige Geschenke, die er mir in den Garten legt. Tote Mäuse, aber immer ohne Kopf, igitt! Dafür dürfen beide aus meinem Futterbeutel fressen. Auf meine Familie kann ich mich verlassen und ihr vertrauen, das habe ich schnell gemerkt. Ich bin nämlich ein Sensibelchen und brauche Menschen, die mir die neuen Dinge in meinem Leben mit Ruhe und Geduld zeigen. Übrigens sind wir ein turbulenter Haushalt und die beiden Teenager haben immer viel Besuch, aber ich bleibe dann immer ganz locker im Wohnzimmer auf meinem Platz liegen und warte ab, wer so zur Tür hereinspaziert. Ein Wachhund bin ich übrigens auch nicht, weil ich bellen überflüssig finde. Ich renne auch nicht zur Tür, ich bin ja weder aufdringlich noch besonders neugierig und außerdem kommen sowieso alle zur Begrüßung zu mir und sagen, dass ich eine ganz liebe und hübsche Leona bin.

Jetzt bin ich schon 8 Wochen hier und fühle mich richtig zu Hause. Ein bisschen Zeit hat es schon gebraucht! Meine Familie sagt, dass ich ein ganz besonders sanfter und einzigartiger Hund bin und das stimmt ja auch.

Mich macht nur traurig, dass viele meiner Schwestern und Brüder, die alle noch in Gheorgheni sitzen, ganz bestimmt genauso sanft, liebenswert und einzigartig sind, wenn sie nur das Glück wie ich hätten, das Tierheim verlassen zu dürfen und euch das beweisen könnten! Fast jeder dort würde sich wünschen, ein eigenes Zuhause zu haben und sich einem Menschen vertrauensvoll anzuschließen, um ein Hundeleben ohne Sorgen verbringen zu können. Sie alle würden es euch danken mit Anhänglichkeit und Treue und euch eure geschenkte Liebe doppelt zurückgeben!

Vielleicht macht mein Bericht ja einigen Leuten Mut, einem Hund wie mir ein Körbchen in einem neuen Zuhause zu geben, auch wenn ihr euch zunächst nur in das Bild eines Karpatenstreunerchens verliebt! So wie es bei meinem Frauchen war, das war nämlich Liebe auf den ersten Blick! Ich bin froh, dass meine Menschen sich getraut haben und hoffe, dass noch viele meiner Freunde diese Chance bekommen werden.
Eure Leona

 

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Fotos: Lilly B.K.

 

Neona im Tierheim Gheorgheni, Februar 2013, mit Winterpelz

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Neona, geboren Mai 2012, ist eine wetterfeste mittelgroße kompakte gute-Laune-Hündin. Sie mag Menschen und Artgenossen und - wie es scheint - auch den Schnee

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